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Hauptversammlung 2026

Top-Bilanz für 2025 und ein Mutmacher für die Zukunft der Welt

03.06.2026 | Rheinische Post

Vorstände der Gladbacher Bank mit Gastredner Elmar Theveßen

Die Vorstände Sven Witteck (l.) und Andreas Jung (r.) begrüßten bei der Hauptversammlung den Gastredner Elmar Theveßen, der die Aktionäre mit seinem Vortrag fesselte.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Mönchengladbach · Der Vorstand glänzt auf der Hauptversammlung der Gladbacher Bank mit guten Ergebnissen und Zahlen. Der Gegenantrag des Ex-Vorstands, ein Aufsichtsratsmitglied nicht wiederzuwählen, sorgt für Diskussionen. Und einer erklärt Amerika und macht Hoffnung.

Es heißt immer so schön: Das Feld ist bereitet. Der Vorstand der Gladbacher Bank hat für 2025 eine Top-Bilanz vorgelegt. Diese den Aktionären auf der Hauptversammlung am Dienstag, 2. Juni, im Borussia-Park vorzulegen, dürfte Genugtuung für die beiden Vorstände Sven Witteck und Andreas Jung gewesen sein. Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Quacken mochte deshalb auch noch mal die Stärken des Geldinstituts eindringlich betonen. Als lokales Kreditinstitut sei gerade jetzt die Nähe zu den Kunden bei all den globalen Spannungen nicht nur wichtig, sondern auch ein großer Teil des Erfolgs.

Stichwort Erfolg: Den konnte Vorstandssprecher Sven Witteck für das Geschäftsjahr 2025 liefern. Trotz wirtschaftlicher Krisen und Unsicherheiten hat die Gladbacher Bank ein starkes Jahr hingelegt. Die Bilanzsumme stieg um fast sechs Prozent. Die Aktionäre konnten sich erneut über eine Rekorddividende von 18 Euro pro Aktie freuen. Die Entlastung des Vorstands sollte da kein Problem sein.

Podium mit den Vorständen und Aufsichtsrat der Gladbacher Bank

Der Aufsichtratsvorsitzende Ludwig Quacken führte bei der Gladbacher Bank durch die Hauptversammlung im Borussia-Park.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Doch seit einigen Wochen gärte es innerhalb der Bank und unter ihren Aktionären. Denn der ehemalige, 2024 in Ruhestand gegangene Vorstandschef Hans-Peter Ulepic hatte einen Gegenantrag für die Versammlung gestellt. Er plädierte dafür, Aufsichtsratsmitglied Karl-Heinz Moll nicht wiederzuwählen. Er begründete dies in seiner Rede mit einer notwendigen Verjüngung des Aufsichtsgremiums. Moll sei seit 24 Jahren Mitglied, überfordert und solle Jüngeren Platz machen. Der Aufsichtsrat hatte das schon im Vorfeld abgelehnt. Auf der Hauptversammlung kam es nun zur Entscheidung.

Aufsichtsratsmitglied Moll wird wiedergewählt

Fast zwei Drittel des eingetragenen Grundkapitals nahmen an der Abstimmung teil: Das Dividendenangebot von 18 Euro pro Aktie (99,8 Prozent), die Entlastung des Vorstands (99,8), des Aufsichtsrats als Ganzes (98,3) – alles kein Problem. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Quacken wurde trotz der Diskussionen auf der Hauptversammlung mit 95,7 Prozent wiedergewählt. Und der von Ulepic kritisierte Moll? Trotz einiger Stimmen bei den Aktionären, die einer Verjüngung offen gegenüber waren, wurde er mit 86,4 Prozent wiedergewählt. Damit war die Gladbacher Bank an dem Abend wieder in ruhigeres Fahrwasser eingekehrt.

Ehemaliges Vorstandsmitglied Herr Ulepic

Ex-Vorstandschef Hans-Peter Ulepic hatte einen Gegenantrag gestellt.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Teils verfassungswidrige und rechtswidrige Gesetze von Trump

Einer, der die Wogen und Stürme der Weltpolitik derzeit direkt erlebt, ist der ZDF-Journalist Elmar Theveßen. Als Gastredner analysierte er die neue Unordnung in der Welt und speziell in den USA von Donald Trump. Der in Viersen geborene Journalist gab unumwunden zu, dass die erratische Politik des US-Präsidenten auch für ihn viele als sicher geglaubte Grundpfeiler in der Welt zerstört habe. 80 Jahre habe die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg in einer regelbasierten Ordnung in Frieden, Freiheit und Wohlstand gelebt. Er sei ein Fan davon, sagte Theveßen. Und er liebe die USA, habe dort lange und intensiv gelebt und wisse um die Großartigkeit des Landes.

Doch nun zeigte Theveßen die teils verfassungs- oder rechtswidrigen Gesetze auf, mit denen Trump die demokratischen Prozesse abseits des Kongresses umschifft. Er regiere mit Dekreten, das sei nicht im Sinne der amerikanischen Verfassung. Es sei in der Energiepolitik, der Einwanderungspolitik und bei den Bündnissen immer wieder der Versuch, „zu schauen, was geht“. Doch Theveßen ist ein Mutmacher. Entschlossenheit und Geschlossenheit der Europäer hätten beim Trump Wirkung gezeigt, weniger die Einschmeichelei. Denn die Macht Trumps schwinde seit Anfang des Jahres, sagt der Journalist. Arbeitslosigkeit, Inflation, Jobverlust, Kriege.

(von Uwe Reimann)